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05.12.2018

Bei Restrukturierungen ist Sensibilität gefragt

Führungskräfte und Betriebsräte haben großen Einfluss darauf, wie sich Umstrukturierungsmaßnahmen auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der Beschäftigten auswirken. Das zeigt ein Projekt der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). Aus den Ergebnissen wurde eine Weiterbildungsmaßnahme für operative Führungskräfte und Personalvertreter entwickelt.

In dem sogenannten EQUIPA-Projekt sollte geklärt werden, ob durch eine bessere Vorbereitung und Schulung der Führungskräfte das Wohlbefinden und die Gesundheit der Mitarbeiter während einer Umstrukturierung positiv beeinflusst werden können. Nicht selten scheiterten Veränderungsmaßnahmen, weil die diversen Rückwirkungen auf die Mitarbeiter nicht ausreichend berücksichtigt würden.

Basierend auf einer umfangreichen qualitativen Bedarfsanalyse und mehr als 50 Leitfadeninterviews mit Führungskräften wurde ein Seminar entwickelt, das anschließend bei einem Praxispartner durchgeführt wurde. Es zeigte sich, dass die Seminarteilnehmer negative Folgen einer betrieblichen Umstrukturierung weniger stark erlebten als Angehörige einer Kontrollgruppe. Auch die psychologische Unsicherheit im Hinblick auf die organisationalen Veränderungen habe sich bei den Teilnehmern vermindert. "Eine hohe Unsicherheit ist einer der stärksten Belastungsfaktoren in Veränderungsprozessen", hebt die BAuA hervor.

Das Projekt bestätigt den Arbeitsschutzexperten zufolge, wie wichtig Führung in Veränderungsprozessen ist. Gleiches gelte für die Sensibilisierung der Führungskräfte für Probleme und Risiken in Bezug auf Wohlbefinden und Gesundheit der Beschäftigten. Die operativen Führungskräfte allein könnten es jedoch nicht richten: Auch und vor allem das obere Management müsse miteinbezogen werden.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.