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30.01.2019

Bundesagentur für Arbeit weist bereinigte Lohnlücke bei Leiharbeitnehmern aus

Der Vergleich der Löhne von Stamm- und Leiharbeitnehmern ist aufgrund unterschiedlicher Voraussetzungen problematisch. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat nun ein Modell zur Bereinigung des Entgeltunterschieds vorgestellt, bei dem Besonderheiten der Leiharbeiter berücksichtigt werden. Der Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ) bezeichnet es als Schritt in die richtige Richtung.

Im einfachen Vergleich der mittleren Bruttomonatsentgelte von sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten in und außerhalb der Zeitarbeit zeigt sich für das Jahr 2017 ein Unterschied von 1.392 Euro. Während die Summe in der Zeitarbeit bei 1.868 Euro liegt, beträgt sie bei den anderen 3.260 Euro. Es gibt jedoch große Unterschiede: "So sind Leiharbeitnehmer beispielsweise viel häufiger in Helferberufen tätig als Nichtleiharbeitnehmer", schreibt die BA.

Das neue Modell soll solche Besonderheiten berücksichtigen - und kommt auf eine Bereinigung von 761 Euro. Mit anderen Worten können 55 Prozent des Lohnunterschieds durch die besonderen Strukturen der Beschäftigten in der Arbeitnehmerüberlassung erklärt werden. Für die restlichen 45 Prozent kann es laut BA unterschiedliche Gründe geben: etwa eine geringere Entlohnung von Leiharbeitern, die Dauer der Beschäftigung im Entleihunternehmen und die Dauer oder Stabilität der Erwerbsbiografie.

iGZ-Hauptgeschäftsführer Werner Stolz begrüßt, dass sich die BA einer "differenzierten, validen Berechnung der Lohnhöhen nähert". Nur eine Herangehensweise, die der komplexen Realität gerecht werde, könne Grundlage für einen verantwortungsvollen Umgang sein. Gleichzeitig verweist er darauf, dass das Statistische Bundesamt bereits seit längerem deutlich geringere Lohnabstände ausweise. Ein Grund dafür kann seiner Auffassung nach sein, dass es sich nicht auf Vollzeitkräfte verenge.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.