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30.06.2020

Arbeiten ohne persönliche Kontakte wird zähneknirschend akzeptiert

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. War das Arbeiten ohne persönliche Kontakte zu Beginn der Corona-Krise für viele Beschäftigte noch ungewohnt, haben sich mittlerweile 79 Prozent damit abgefunden. Die meisten vermissen allerdings ihre Kollegen, einem Drittel macht die Einzelkämpfer-Situation sogar Kummer. Das geht aus einer internationalen Umfrage des HR-Dienstleisters SD Worx hervor.

Für die Analyse wurden Anfang Mai insgesamt 2.500 Arbeitnehmer im Lohn- und Gehaltsverhältnis in mehreren europäischen Staaten befragt. Zugrunde gelegt wurden fünf Phasen der Trauer: Nicht-wahrhaben-wollen, Zorn, Kummer, Aufklärung und Akzeptanz. 79 Prozent der deutschen Arbeitnehmer gaben an, Akzeptanz zu empfinden. Eine Mehrheit glaubte zudem, Wege gefunden zu haben, mit dem fehlenden persönlichen Kontakt umzugehen. Sie haben vor allem die Zukunft im Blick.

Bei 30 Prozent machte sich jedoch auch Kummer breit, bei 27 Prozent sogar Zorn: Sie lehnen das Arbeiten ohne direkten Kontakt zu den Kollegen ab. Bei der individuellen Einschätzung spielen Faktoren wie das Alter und Routine eine Rolle. So empfanden jüngere Arbeitnehmer in allen teilnehmenden Ländern größere Trauer als ältere. Waren es bei den unter 30-Jährigen 38 Prozent, lag die Quote bei den über 65-Jährigen nur bei 25 Prozent.

Das Einhalten einer strukturierten Tagesroutine scheint sich positiv auszuwirken: 81 Prozent der Arbeitnehmer, die während der Telearbeit eine gut abgegrenzte Routine befolgten, empfanden optimistische Trauergefühle wie Akzeptanz und nur 23 Prozent spürten pessimistische Trauer wie Zorn und Wut. Bei den Befragten ohne abgesteckte Routine lagen die Quote mit 38 beziehungsweise 74 Prozent ungünstiger.

"Die Telearbeit hat sich in den letzten Monaten auch als Vorteil gezeigt", sagt Tanja Büchsenschütz, Director HR bei SD Worx Deutschland. Arbeitgeber sollten zwar auf jeden Fall berücksichtigen, dass viele Beschäftigte den Wegfall des persönlichen Kontakts als bedauernswerten Verlust empfinden. Zur "neuen Normalität" nach Corona gehöre aber auch, dass das Arbeiten von zu Hause zunehmen wird. Dabei sollte auf die Bedürfnisse und Präferenzen der Mitarbeiter eingegangen werden.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.