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20.01.2021

Mit Verstand und Herz gegen teure Fehlentscheidungen

Fehlentscheidungen können teuer, manchmal gar existenzbedrohend werden. Oftmals stecken dahinter Verzerrungen wie Selbstüberschätzung oder die voreingenommene Aufnahme von Informationen. Das berichten Betriebswirtschaftler der Uni Gießen, die in einer Studie erforscht haben, wie man diese verhindern kann: durch sogenannte Debiasing-Maßnahmen und eine Verbesserung der Unternehmenskultur.

An der Untersuchung nahmen 94 Controller und CFOs großer deutscher Unternehmen teil. Es zeigte sich, dass weniger Entscheidungsverzerrungen (Biases) in Organisationen auftraten, in denen die Beschäftigten persönliche Risiken eingehen können und in denen bei Fehlern nicht zuerst nach Schuldigen gesucht wird. Vielmehr stehen dort die daraus gezogenen Lehren und Chancen im Vordergrund. Dabei spreche man von "psychologischer Sicherheit für Mitarbeiter". Ein respektvoller Umgang untereinander führe auch dazu, dass man sich eigene Fehler eher eingestehe und die Erkenntnis daraus im Idealfall sogar mit den Kollegen teile.

Darüber hinaus gibt es auch einige praktische Instrumente, um Biases zu verhindern. So könne ein Team im Vorfeld beispielsweise auf ein fiktives gescheitertes Projekt zurückblicken: "Das kann dabei helfen, etwaige Fehlentscheidungen vorwegzunehmen und von vornherein zu verhindern." Allerdings spiele auch hier die psychologische Sicherheit für den Erfolg eine wichtige Rolle.

Zwar sei die Zahl der Unternehmen, die die Gefahr von Biases erkannt und ihnen entgegengewirkt haben, gestiegen. Trotzdem sei noch Luft nach oben, so Dr. Maximilian Schmidt: "Da das Thema Debiasing für viele Unternehmen neu und schwer greifbar ist, bietet sich eine enge Zusammenarbeit von Wissenschaft und Praxis hier in besonderer Weise an." Insgesamt geht das Team auf Basis seiner Befragung davon aus, dass Debiasing zukünftig weiter an Relevanz gewinnen wird.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.