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Thema der Woche 30. KW 2011

MBA-Studium: Management-Ausbildung lohnt auch im Mittelstand

von Kirstin von Elm, Fachjournalistin für Wirtschaftsthemen, Mönkeberg

Um im globalen Wettbewerb zu bestehen, benötigen Unternehmer und Manager professionelles Handwerkszeug – unabhängig von der Unternehmensgröße. Auch Chefs von kleineren Betrieben und Familienunternehmen sollten die Weiterbildung deshalb nicht vernachlässigen. Ein MBA-Studium liefert nicht nur fundierte methodische Kenntnisse, sondern auch neue Ideen und wertvolle Kontakte. Stipendien helfen bei der Finanzierung.

Verleger Florian Langenscheidt hat einen, genau wie Frank Mattern, Deutschland-Chef der Unternehmensberatung McKinsey oder Douglas-Vorstand Henning Kreke – viele erfolgreiche Manager haben im Laufe ihrer Karriere einen Master of Business Administration an einer renommierten Business School erworben. In großen Konzernen beschleunigt der Titel oft den Aufstieg und schlägt sich positiv im Gehalt nieder.

Aber auch für Führungskräfte aus mittelständischen Betrieben und Familienunternehmen mit flachen Hierarchien zahlt sich ein Management-Studium aus. In international zusammengesetzten Klassen knüpfen MBA-Studenten beispielsweise wertvolle Geschäftskontakte und lernen etwas über die Geschäfts-und Arbeitskultur in wichtigen Im- oder Exportmärkten. Fallstudien aus anderen Branchen erlauben den Blick über den Tellerrand und helfen dabei, neue Lösungsansätze zu entwickeln. Außerdem wird den Teilnehmern das Handwerkszeug vermittelt, um Strategien systematisch zu planen und unternehmerische Entscheidungen auf fundierter, methodischer Basis zu treffen.

Die wichtigsten Fakten zur MBA-Ausbildung im Überblick:

Hochschulen: Den Titel MBA verleihen private Wirtschaftsschulen (Business Schools) im In- und Ausland. Viele renommierte Hochschulen wie die Technische Universität München oder die Universität Mannheim betreiben eigene Business Schools, allerdings läuft der Lehrbetrieb getrennt. Die Qualität der Business Schools ist sehr unterschiedlich. Bei der Auswahl der Hochschule sollte man deshalb einerseits auf ein unabhängiges Prüfsiegel einer renommierten Akkreditierungsstelle wie AACBS (international), EQUIS (Europa) oder FIBAA (deutschsprachiger Raum) achten. Weiteres wichtiges Auswahlkriterium ist das Abschneiden bei neutralen Rankings wie sie beispielsweise die britische Financial Times jährlich durchführt: http://rankings.ft.com/businessschoolrankings.

Aufnahmekriterien: Um für ein MBA-Studium zugelassen zu werden, müssen gute Englischkenntnisse nachgewiesen werden, denn Unterrichtssprache ist Englisch. Außerdem müssen Bewerber einen Eignungstest, den sogenannten Graduate Management Admission Test GMAT bestehen (mehr auf der offiziellen Website der Vergabekommission unter www.gmac.com). Darüber hinaus legen die Hochschulen ihre eigenen Auswahlkriterien fest, beispielsweise gute Noten, berufliche Erfolge oder gesellschaftliches Engagement.

Kosten: Ein einjähriges Vollzeit-MBA-Studium an einer renommierten Business School kostet rund 30.000 bis 40.000 Euro. Dazu kommen ggf. noch hohe Lebenshaltungskosten, denn gute Business Schools haben ihren Sitz oft in teuren Metropolen wie Kopenhagen, London, Madrid, München, Paris, Wien oder Zürich. Noch höher fallen in der Regel die Studiengebühren für berufsbegleitende MBA-Studiengänge aus, denn die dauern länger und die Klassen sind in der Regel kleiner. Nicht zu unterschätzen ist auch die Doppelbelastung durch Studium plus Job plus ggf. Familie.

Finanzierung: Viele Business Schools vermitteln zinsgünstige Studienkredite über ausgewählte Partnerbanken. Um talentierte Bewerber anzuziehen und die Diversität im Klassenraum zu erhöhen, vergeben viele Schulen auch Stipendien an bestimmte Zielgruppen, beispielsweise Frauen, Bewerber aus bestimmten Ländern oder Gründungswillige. Ein Stipendium speziell für Führungskräfte aus kleinen und mittleren Unternehmen (< 250 Mitarbeiter) hat beispielsweise die Wirtschaftshochschule ESCP Europe mit Studienstandorten in Berlin, London, Madrid, Paris und Turin aufgelegt. Bewerbungsschluss für das Studienjahr 2012 ist der 1. Dezember 2011, Infos unter: www.escpeurope.de. Auch für das berufsbegleitende Gründer-MBA-Studium Innoviation & Business Creation das die TU München gemeinsam mit der Handelshochschule HHL in Leipzig anbietet, sind Stipendien erhältlich, Infos unter www.innovationprogram.de.

Lernziel: Das MBA-Studium vermittelt grundlegende Management-Kenntnisse, in der Regel setzen die Programme deshalb mehrjährige Berufserfahrung voraus. Speziell an langjährige (> 5 bis 10 Jahre) erfahrene Führungskräfte wenden sich sogenannte Executive MBA-Programme. Der Lernstoff ist praxis- und anwendungsorientiert, die Inhalte werden in der Regel anhand von Fallstudien direkt aus dem Unternehmensalltag der Studenten vermittelt. Softskill-Training wird im MBA-Studium groß geschrieben, beispielsweise Kommunikationsfähigkeit, Konflikt- oder Projektmanagement und Mitarbeiterführung.