Anmeldung




 

Thema der Woche 31. KW

Ausbilden mit Bonuszahlung

von Kirstin von Elm, Fachjournalistin für Wirtschaftsthemen, Mönkeberg

Wenige Wochen vor dem Start des neuen Ausbildungsjahres zeichnet sich ab, dass rund 50.000 Lehrstellen nicht besetzt werden können, weil geeignete Bewerber fehlen. Unternehmen klagen immer öfter über die mangelnde Ausbildungsreife vieler Schulabgänger. Allerdings: Wer als Mittelständler „Problem-Auszubildende“ einstellt, wird für den zusätzlichen Aufwand vom Arbeitsamt mit bis zu 6.000 Euro Ausbildungsbonus unterstützt.

Nach Angaben des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) wird in deutschen Betrieben der Nachwuchs knapp. Wie bereits im Vorjahr können voraussichtlich auch 2010 rund 50.000 Lehrstellen nicht besetzt werden. Im Bundesdurchschnitt meldet laut einer DIHK-Mitgliederumfrage mehr als jedes fünfte Unternehmen Besetzungsprobleme, in den neuen Bundesländern sogar jedes dritte. Schuld ist nicht nur der demografische Wandel, sondern auch die mangelnde Ausbildungsreife vieler Schulabgänger. Nicht nur die schulischen Qualifikationen sondern auch Leistungsbereitschaft und Disziplin der Bewerber lassen aus Sicht vieler Ausbildungsbetriebe zu wünschen übrig. "Die Unternehmen werden immer mehr zu Reparaturbetrieben", klagt DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann.

Immerhin können sich Mittelständler mit maximal 500 Beschäftigten den zusätzlichen „Reparaturaufwand“ vom Arbeitsamt erstatten lassen. Noch bis Ende 2010 gewährt die zuständige Arbeitsagentur einen sogenannten Ausbildungsbonus. Über 34.000 Anträge wurden seit dem Start des Förderprogramms bereits bewilligt. Voraussetzungen:

1. Sie stellen einen förderungsbedürftigen Jugendlichen ein. Als förderungswürdig gelten Bewerber, die sich bereits seit mindestens einem Jahr erfolglos um eine Lehrstelle bemühen (Altbewerber) und entweder gar keinen oder nur einen Haupt- oder Sonderschulabschluss mitbringen. Auch die Ausbildung eines lernbeeinträchtigten oder sozial benachteiligten Altbewerbers wird per Ausbildungsbonus gefördert. Unter Umständen bewilligt Ihnen die Arbeitsagentur den Zuschuss auch für Altbewerber mit mittlerer oder höherer Schulausbildung, darauf besteht allerdings kein Rechtsanspruch.

UND

2. Sie schaffen einen zusätzlichen Ausbildungsplatz. Als zusätzlich gilt der Platz, wenn dadurch die Zahl der Ausbildungsverhältnisse höher liegt als im Durchschnitt der letzten drei Jahre (Stichtag jeweils 31. Dezember).

Zum Antrag: Den Antrag für den Ausbildungsbonus stellen Sie bei der zuständigen Arbeitsagentur und zwar unbedingt vor Beginn der geplanten Ausbildung. Dort erhalten Sie auch ein Antragsformular und eine Checkliste. Die Höhe des Zuschusses richtet sich nach der Ausbildungsvergütung im ersten Lehrjahr:

  • Ausbildungsvergütung geringer als 500 Euro monatlich = 4.000 Euro Ausbildungsbonus
  • Ausbildungsvergütung 500 bis 749 Euro monatlich = 5.000 Euro Ausbildungsbonus
  • Ausbildungsvergütung ab 750 Euro monatlich = 6.000 Euro Ausbildungsbonus

 Tipp: Seit 2009 wird der Ausbildungsbonus auch gewährt, wenn Sie einen Auszubildenden übernehmen, der durch Insolvenz, Schließung oder Stilllegung des ausbildenden Betriebes seinen Ausbildungsplatz verloren hat. Ob der Bewerber als „Problemfall“ gilt oder der Ausbildungsplatz bei Ihnen zusätzlich geschaffen wurde, ist in diesem Fall egal. Informationen zum Download finden Sie beim Bundesministerium für Arbeit unter:

http://www.ausbildungsbonus.bmas.de