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Thema der Woche

Key Man Policen - Versicherungsschutz für Führungskräfte

von Kirstin von Elm, Fachjournalistin für Wirtschaftsthemen, Mönkeberg

Mit sogenannten Key-Man-Policen können Sie als Unternehmer das Leben und die Gesundheit der wichtigsten Mitarbeiter versichern. Auch für die eigene Person lässt sich so eine Versicherung abschließen. Im Notfall winkt zumindest finanzielle Hilfe, wenn eine „Schlüsselperson“ plötzlich ausfällt.

In mittelständischen Unternehmen konzentrieren sich erfolgskritische Fähigkeiten, Kontakte, Erfahrungen und Funktionen oft nur auf wenige Köpfe. Fällt ein wichtiger Mitarbeiter oder gar der Chef persönlich plötzlich aus, kann das dramatische Konsequenzen für den Betrieb haben. Seit einigen Jahren verzeichnen sogenannte Key-Man-Policen steigende Nachfrage. Die Versicherung für „Schlüsselfiguren“ (engl. Keyman, Keyperson) können Unternehmen auf das Leben oder die Gesundheit einzelner Mitarbeiter abschließen, die für den Unternehmenserfolg besonders wichtig und besonders schwer zu ersetzen sind.

Tritt der versicherte Schadensfall ein – beispielsweise Tod, Invalidität oder eine schwere Erkrankung der Schlüsselperson – zahlt die Versicherung an das Unternehmen die vereinbarte Summe. Dieses Geld kann zum Beispiel dazu eingesetzt werden, um einen Interimsmanager anzuheuern, einen Headhunter mit der Suche nach einem Nachfolger zu beauftragen, zusätzliche Qualifizierungsmaßnahmen für einen internen Nachfolger zu finanzieren, Umsatzeinbußen abzufedern oder Zusatzaufgaben, die der Rest der Belegschaft jetzt kurzfristig übernehmen muss, zusätzlich zu vergüten. Wichtig: Sinn und Zweck einer Keyman-Police ist die finanzielle Absicherung des Unternehmens. Dem betroffenen Mitarbeiter oder seinen Angehörigen stehen aus dem Vertrag keinerlei Leistungen zu.

Key-Man-Policen gibt es in unterschiedlichen Vertragsvarianten, beispielsweise als Unfall-oder Lebensversicherung. Die teuerste Version ist in der Regel eine Dread-Disease-Police, doch dafür bietet die Versicherung gegen gefürchtete Krankheiten (dread disease) auch besonders umfassenden Schutz. Sie zahlt, sobald bei der versicherten Person eine der im Versicherungsvertrag aufgeführten Krankheiten diagnostiziert wird. Tipp: Ein Blick ins Kleingedruckte lohnt, denn die abgesicherten Risiken variieren zum Teil erheblich. Neben Erkrankungen wie Krebs, Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenversagen oder Multiple Sklerose sind bei einigen Gesellschaften beispielsweise auch bestimmte Unfallfolgen (z.B. schwere Verbrennungen), Erblindung, Taubheit, Sprachverlust oder auch gravierende Operationen (Bypass, Organtransplantation) eingeschlossen. Pluspunkt: Gezahlt wird unabhängig von den Heilungschancen. Die Versicherung leistet also in der Regel zeitnah, während Schäden wie Berufsunfähigkeit oder Invalidität oft erst langwierig nachgewiesen werden müssen.

Steuertip: Die Versicherungsbeiträge sind als Betriebsausgaben steuerlich absetzbar. Umgekehrt müssen im Schadensfall Versicherungsleistungen als Betriebseinnahme versteuert werden.

Wichtig zu wissen: Eine Key-Man-Police ist kein Rund-um-Sorglos-Paket und kann eine sorgfältige Notfall-Planung (Sehen sie hierzu die ) allenfalls ergänzen, aber nicht ersetzen. Die Versicherungssumme deckt zwar ggf. zusätzliche Kosten ab. Doch damit der Betrieb im Notfall möglichst störungsfrei weiterläuft, muss jedes Unternehmen für eine sorgfältige Dokumentation und gut informierte Mitarbeiter sorgen. Im Notfallplan legen Sie für wichtige Schlüsselpersonen fest, wer aus den eigenen Reihen kurzfristig als Ersatz einspringt – insbesondere für Sie als Unternehmenschef. Je besser die organisatorische Vorsorge, desto eher ist eine teure Versicherung entbehrlich.