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Thema der Woche 9. KW 2011

Mobile Apps: Bezahlbare Lösungen für Mittelständler

von Kirstin von Elm, Fachjournalistin für Wirtschaftsthemen, Mönkeberg

Rund 900 Millionen mobile Anwendungen haben sich deutsche Mobilfunknutzer 2010 auf ihre Handys geladen. Auch auf der CeBIT 2011 zählen sogenannte Apps in dieser Woche zu den Kundenmagneten. Die kleinen Programme können erstaunlich viel: Im Mittelstand ergeben sich Einsatzmöglichkeiten als Marketinginstrument.

Vom 1. bis 5. März lockt mit der CeBIT gerade wieder die weltgrößte Leitmesse der IT-Branche Fachbesucher und interessierte Endverbraucher nach Hannover. Mobile Internetnutzung und mobile Apps bilden in diesem Jahr einen wichtigen Themenschwerpunkt. Die Anzahl der mobilen Anwendungen für Smartphones und Tablet-PCs ist in den letzten zwölf Monaten nämlich geradezu explodiert: Mit 900 Millionen Downloads hat sich die Zahl der heruntergeladenen Apps gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt, meldet der Branchenverband BITKOM: „Für fast jeden Zweck, gibt es heute eine App“, so BITKOM-Präsidiumsmitglied und Vodafone D2-Chef Friedrich Joussen.

Als App (kurz für Applikation) bezeichnet man Anwendungsprogramme für leistungsfähige Internethandys, sogenannte Smartphones und für Tablet-PCs. Zu den Smartphones zählen neben Apples iPhone und dem Blackberry von RIM mittlerweile auch viele Geräte von Markenherstellern wie HTC, Motorola, Nokia, Samsung oder Sony. Typisch sind ein großes, farbiges Display, die einfache Bedienung per Touchscreen, Internetzugang per WLAN oder Mobilfunkverbindung und hohe Rechen- und Speicherkapazitäten. Laut BITKOM ist mittlerweile bereits jedes dritte neu verkaufte Handy ein Smartphone. Mobile Taschencomputer, sogenannte Tablet-PCs wie Apples iPad, kommen 2011 bereits auf einen Anteil am gesamten PC-Markt von 10 Prozent. Alleine auf der CeBIT werden rund 40 neue Modelle vorgestellt.

Die Zahl der verfügbaren mobilen Apps beziffert der Technologieverband bereits weltweit auf weit über eine halbe Million. Das bunte, kaum überschaubare Angebot reicht vom digitalen Fahrplan über mobile Büro- und Shoppinghelfer, Spiele und Nachrichten bis hin zur digitalen Wasserwaage. Markenartikelhersteller, Medienkonzerne und Handelsketten nutzen Apps bereits intensiv als Marketinginstrument. Für mittelständische Unternehmen mit begrenztem Marketingetat ist der Kundenkontakt per Smartphone ebenfalls verlockend. Mobile Apps bieten die Chance, Kunden genau dann anzusprechen, wenn sie sich gerade in Reichweite des eigenen Geschäftes befinden oder sich für ein konkretes Angebot interessieren. Das reduziert hohe Streuverluste, wie sie für klassische Werbemedien typisch sind.

Vorausschauende Unternehmer sollten die Entwicklung im Blick haben und folgende Optionen für das eigene Geschäft prüfen.

  1. Individuell entwickelte App: Für eine professionelle App mit umfangreichen Funktionalitäten (z.B. Online-Katalog, Online-Shopping) liegen die Entwicklungskosten derzeit noch im fünfstelligen Bereich. Dazu kommen Zuschläge für die Anpassung an verschiedene Handy-Betriebssysteme. Fazit: Eher eine Zukunftsinvestition für Unternehmer mit sehr online-affiner Zielgruppe (z.B. aus dem Bereich Medien, Internet, eCommerce).
  2. App aus dem Baukasten: Mit Software-Baukastensystemen können Unternehmen selbst Apps erstellen - ohne Programmierkenntnisse und schon für wenige hundert Euro. Allerdings ist die Auswahl an Funktionalitäten und Designs begrenzt. Fazit: Apps mit geringem Zusatznutzen und Wiedererkennungswert werden sich bei den Kunden nicht durchsetzen
  3. Apps zum Mitmachen: Mobile Marketingplattformen mit lokalem Bezug erreichen ein breites Publikum und bieten echten Nutzen. Je nach Plattform können Nutzer beispielsweise mobile Preisvergleiche (Woabi) durchführen, zusätzliche Produktinfos abrufen (Barcoo), sich über lokale Sonderangebote informieren (Kaufda) oder Freunden ihren aktuellen Aufenthaltsort anzeigen (Frienticker, Foursquare). Fazit: Ortsbezogene Marketingaktionen eröffnen auch kleinen und mittleren Unternehmen bezahlbare, mobile Kundenkontakte.