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„Nein, danke!“ - Wenn Mitarbeiter Führungspositionen ablehnen

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Betriebliches Eingliederungsmanagement: BAG konkretisiert!

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Neue Chance für BGM

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Betriebliches Gesundheitsmanagement ist keine Frage der Größe

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Arbeitnehmer darf Anwalt nicht zu BEM-Gespräch mitnehmen

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Ferienjobs - so geht's richtig!

03/2015

Datenklau: Unternehmen unterschätzen Cyberangriffe

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Lohnsteuerrichtlinien 2015

01/2015

Die Folgen der Entscheidung zur Erbschaftsteuer

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Bundesverfassungsgericht kippt Erbschaftsteuer für Unternehmer

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Status der AfA-Tabellen des BMF - nur ein "Angebot"?!

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Die Betriebsprüfung der Sozialversicherung

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Kunden-Feedback aus dem Internet

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Damit Lehrstellen keine Leerstellen bleiben

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Ich bin dann mal off - müssen Mitarbeiter im Urlaub erreichbar sein?

06/2014

Die Typenbezeichnung als zwingende Angabe in der Werbung

05/2014

Die Kosten der Betriebsratswahl für den Arbeitgeber

04 / 2014

Die Selbstanzeige bei der Steuerhinterziehung

03 / 2014

Regeln für die Werbung mit Testergebnissen!

02 / 2014

SEPA: Umstellungsfrist verlängert bis 1.8.2014

01 / 2014

2014 - Neuerungen in der Sozialversicherung

12 / 2013

Rechtsformzusatz bei Ihrer Werbung nicht vergessen!

11 / 2013

SEPA: Enspurt oder alles im Plan?

10 / 2013

Wissen weitergeben: Fit für die nächste Generation?

9 / 2013

Hitze im Büro: Wann müssen Unternehmen handeln?

8 / 2013

Alkohol am Arbeitsplatz: Rechte, Pflichten und Konsequenzen

7 / 2013

Zum Sommer -  Die sieben größten Irrtümer bei Urlaub und Krankheit

6 / 2013

Entgeltbescheinigungsverordnung - neue Regeln für den Gehaltszettel

5 / 2013

Auch nach den Grippewellen: Rechtliche Vorgaben für Beschäftigte bei Arbeitsunfähigkeit

4 / 2013

Ausbildungsabbrüche: Was Arbeitgeber dagegen unternehmen können

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Top-Thema 3/2012

Arbeitszeit neu definiert

von Kirstin von Elm, Fachjournalistin für Wirtschaftsthemen, Mönkeberg

Flexible Arbeitszeitmodelle fördern die Motivation der Mitarbeiter und eignen sich als Antwort auf gesellschaftliche Trends wie den demografischen Wandel, lebenslanges Lernen und den zunehmenden Mangel an Fachkräften. Die Firma Trumpf lässt Mitarbeiter jetzt selbst entscheiden, wie viel sie arbeiten wollen.

Was haben ein 24-jähriger Nachwuchsingenieur, ein 40-jähriger Vertriebsmanager und eine 56-jährige Finanzbuchhalterin gemeinsam? Vermutlich nicht viel – zumindest was ihre privaten Lebensentwürfe angeht. Logische Konsequenz: Auch die Ansprüche an den Arbeitsplatz und die Arbeitszeitgestaltung unterscheiden sich. Und sie ändern sich im Laufe des Berufslebens. Phasen, in denen man sich voll auf den Job konzentrieren kann, wechseln mit Phasen, in denen neben der Arbeit private Projekte Zeit und Kraft erfordern, zum Beispiel ein berufsbegleitendes Studium, ein Hausbau, kleine Kinder, ein Ehrenamt oder pflegebedürftige Angehörige. 

Immer mehr Unternehmen kommen ihren Mitarbeitern mit flexiblen Arbeitszeitmodellen entgegen. Dem erhöhten organisatorischen Aufwand stehen handfeste betriebliche Vorteile gegenüber:

  • Motivation: Private Bedürfnisse der Mitarbeiter zu berücksichtigen, ist ein Zeichen der Wertschätzung und wirkt äußerst motivierend.
  • Bindung: Durch flexible Arbeitszeitmodelle gelingt es oft, Mitarbeiter trotz privater Projekte oder Belastungen zu halten, die sonst vielleicht gekündigt hätten. Wertvolles Knowhow und Kontakte bleiben damit erhalten.
  • Qualifikation: Flexible Arbeitszeiten lassen Raum für persönliche Weiterbildung. Das Unternehmen profitiert von dem aktuellen und erweiterten Wissen seiner Mitarbeiter.
  • Recruiting: Im Wettbewerb um knappe Fach- und Führungskräfte sind flexible Arbeitszeitmodelle ein wichtiger Faktor und können zum Teil sogar Standortnachteile oder Gehaltsabstriche aufwiegen.
  • Kosten: Geringere Fluktuation und motivierte belastbare Mitarbeiter sparen Kosten (Personalsuche, Personalmangel, Krankenstand). Bis zu einem gewissen Grad lassen sich zudem teure Überstunden durch den Einsatz von Zeitkonten vermeiden.

Praxisbeispiel Trumpf

Zu den Unternehmen, die flexible Zeiteinteilung besonders konsequent umgesetzt haben, gehört Trumpf Lasertechnik. Das Technologieunternehmen mit Sitz in Ditzingen beschäftigt weltweit 9.000 Mitarbeiter, davon 4.000 in Deutschland. Im Einzelnen:

Im ersten Schritt konnten die deutschen Mitarbeiter Mitte 2011 ihre Wochenarbeitszeit innerhalb eines Rahmens von 15 bis 40 Stunden selbst wählen. Diese Basisarbeitszeit bildet die Grundlage für den festen Arbeitsvertrag und stellt den Ausgangspunkt für alle weiteren Flexibilisierungsmaßnahmen dar.

Als zweite Komponente können die Mitarbeiter die wöchentliche Arbeitszeit jetzt innerhalb des Fensters  von 15 bis 40 Stunden vorübergehend für zwei Jahre anheben oder absenken. Das Besondere an diesem Modell ist die garantierte Rückkehr zur ursprünglich festgelegten Basisarbeitszeit nach zwei Jahren. Nach Angaben des Unternehmens hat in der ersten Runde Anfang 2012 rund jeder zehnte Mitarbeiter seine Arbeitszeit angepasst, die meisten davon nach oben.

Drittens können die Mitarbeiter bis zu zwei Jahre lang zum halben Lohn arbeiten, um anschließend - oder auch vorher! - ein arbeitsfreies Sabatical mit entsprechender Gehaltsfortzahlung einzulegen. Dieses Modell nutzen derzeit rund 60 Mitarbeiter, darunter auch Berufseinsteiger mit einem Bachelor-Abschluss, die sich so ihr Masterstudium finanzieren.

Viertens gibt es noch die Möglichkeit für Auszeiten zwischen sechs Wochen und sechs Monaten bis zu 1.000 geleistete Arbeitsstunden auf ein Familien- und Weiterbildungskonto einzuzahlen und bei Bedarf abzurufen. Auch die Finanzierung von Teilzeitblöcken ist erlaubt (z.B. 25 Stunden arbeiten, 30 Stunden bezahlt bekommen, bis das Konto wieder leer ist).

Fazit: Solche Modelle benötigen eine längere Vorbereitungsphase (im Falle Trumpf sechs Monate), offene Kommunikation und eine intensive Begleitung durch den Betriebsrat und die Führungskräfte. Gelingt der Wandel, verbessern Unternehmen dadurch jedoch nachhaltig ihre Wettbewerbsposition.